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19 Mai 2026

LAUFEN OHNE GRENZEN: NEUN SCHÜLER MIT GEISTIGEN BEEINTRÄCHTIGUNGEN STARTEN BEIM SALOMON ZUGSPITZ ULTRA TRAIL POWERED BY LEDLENSER BY UTMB®

Ihre Geschichte, die im Vorfeld des Global Accessibility Awareness Day geteilt wird, zeigt die Kraft des Sports als echtes Instrument für Inklusion und persönliche Entwicklung.

In einer Welt, in der Barrierefreiheit oft mit digitalen Umgebungen oder dem Abbau physischer Hindernisse verbunden wird, zeigen neun Schüler mit geistigen Beeinträchtigungen, dass sie auch auf den Trails erlebbar ist.

Die neun Schüler kommen von der Sankt Martin Schule — einer Schule in Lindenberg im Allgäu (Deutschland), die sich auf die Förderung junger Menschen mit geistigen Beeinträchtigungen spezialisiert hat — und bereiten sich darauf vor, am Grainau Trail (16 km, 760 Höhenmeter) im Rahmen des Salomon Zugspitz Ultra Trail powered by Ledlenser by UTMB® teilzunehmen, der am 20. Juni in Garmisch-Partenkirchen stattfindet. Es handelt sich um die größte Trailrunning-Veranstaltung Deutschlands, die 2026 erstmals Teil der legendären UTMB® World Series ist.

Gemeinsam mit drei Lehrkräften ist ihre Teilnahme Teil eines Bildungsprojekts, das weit über den Sport hinausgeht: eine Erfahrung mit Fokus auf Selbstständigkeit, Gemeinschaft und echte soziale Inklusion.

WEIT MEHR ALS EIN RENNEN

Niklas ist 17 Jahre alt und einer dieser neun Schüler, die ihre Fähigkeit entdecken, in den Bergen zu laufen. Für ihn begann Trailrunning fast zufällig – dank seines Lehrers. „Am Anfang mochte ich es nicht wirklich, weil es Teil des Unterrichts war. Aber ich habe gemerkt, dass ich immer besser wurde, und das hat mich wirklich motiviert“, erklärt er. Heute läuft er am liebsten auf schmalen Bergpfaden. „Darin bin ich richtig gut“, sagt er stolz. Eine seiner schönsten Erinnerungen ist es, der Schnellste in der Gruppe gewesen zu sein.

Felix, 16, hat einen ähnlichen Weg erlebt: "Am Anfang war ich sehr schnell außer Atem, aber jetzt läuft das Training richtig gut. Ich zeichne meine Daten mit meiner Uhr auf und freue mich sehr auf das Rennen in Grainau mit Ziel in Garmisch-Partenkirchen.“

Für Joy, 17, war Neugier der Ausgangspunkt: „Neue Dinge auszuprobieren ist total mein Ding“, sagt sie. Für sie ist der Unterschied klar: „Nach meinem ersten Rennen wusste ich es – Trailrunning ist viel besser, als das ganze Wochenende gelangweilt zu Hause zu bleiben.“

Auch wenn jeder Schüler seine eigene Motivation hat, verbindet sie alle etwas Gemeinsames: „Ich freue mich sehr, dass mein Freund das mit mir macht, und ich bin total gespannt auf das, was vor uns liegt.“

EIN BILDUNGSPROJEKT MIT ECHTER WIRKUNG

Diese Initiative geht weit über den Spaß hinaus. Sie verfolgt einen klaren pädagogischen Ansatz und hat das Ziel, diesen jungen Menschen — die in vielen Lebensbereichen vor Herausforderungen stehen — durch bedeutungsvolle sportliche Erfahrungen Entwicklungsmöglichkeiten zu eröffnen.

Trailrunning ist dabei alles andere als ein gewöhnlicher Sport. Hier ist Gemeinschaft genauso wichtig wie Leistung, und Teilnahme zählt mehr als Vergleich.

„Es geht nicht nur darum, ein Rennen zu laufen“, erklären die Lehrkräfte. „Es geht darum, Selbstständigkeit zu erleben, Selbstvertrauen aufzubauen und sich als Teil einer Gemeinschaft zu fühlen.“

Ein zentraler Aspekt des Projekts ist, dass die Schüler unter denselben Bedingungen wie alle anderen Teilnehmenden starten — nicht in getrennten Wettbewerben.

DIE KÖRPERLICHE UND MENTALE REISE HINTER DER STARTLINIE

Die Vorbereitung ist ein wesentlicher Bestandteil des Prozesses. Die Schüler trainieren regelmäßig in der Umgebung der Sankt Martin Schule und folgen einem Trainingsplan, der darauf ausgelegt ist, schrittweise und nachhaltig längere Distanzen zu bewältigen.

Ihr Training umfasst unter anderem Treppenläufe, Laufen mit Stöcken, Techniktraining bergauf und bergab sowie Kraft- und Koordinationsübungen im Sportunterricht.

Am 9. Mai nahm die Gruppe an ihrem ersten Wettkampf teil — ein wichtiger Meilenstein auf ihrem Weg.

Neben der körperlichen Vorbereitung spielt auch die mentale eine wichtige Rolle. Während der Trainingseinheiten arbeiten sie an positiver Selbstbestärkung, am Umgang mit Belastung und Tempo, nutzen Gespräche als Ablenkung und nehmen sich Zeit, die Natur bewusst wahrzunehmen.

Zudem entwickeln sie wichtige praktische Fähigkeiten, darunter die Planung von Ausrüstung und Ernährung, ein angemessenes Tempomanagement, die richtige Flüssigkeitszufuhr sowie das Einfordern von Hilfe, wenn nötig.

„Sie lernen, dass es notwendig ist, Schwierigkeiten anzusprechen, um Fortschritte zu machen“, erklären die Lehrkräfte.

ECHTE INKLUSION

Im Kontext des Global Accessibility Awareness Day erhält diese Geschichte eine noch tiefere Bedeutung. Die Teilnahme dieser neun Schüler am Salomon

Zugspitz Ultra Trail powered by Ledlenser by UTMB® ist nicht symbolisch, sondern ein konkretes Beispiel dafür, wie die richtige Unterstützung neue Möglichkeiten eröffnen kann, die zuvor unerreichbar schienen.

Wie das Lehrteam zusammenfasst: „Dieses Projekt hilft jungen Menschen, Erfahrungen zu machen, die Freude, Erfolgserlebnisse und ein Gefühl der Zugehörigkeit vermitteln. Es zeigt, dass Sport ein echtes Instrument für soziale Integration sein kann.“

In den Bergen beginnt die Grenze zwischen Wettbewerb und Verbindung zu verschwimmen. Genau hier liegt die Bedeutung dieser Geschichte: Trailrunning kann ein gemeinsamer Raum sein, in dem jeder seinen Platz hat – von der Startlinie bis zur Ziellinie.